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Packender Pokalkrimi - FSV sichert sich Viertelfinalticket

Am vergangenem Sonntag war es nun endlich soweit: Die Pokalsaison wurde nach Freilos in Runde eins endlich auch für die Schlottwitzer Mädels eröffnet. Die Vorfreude war groß, hatte man sich für die diesjährige Runde doch viel vorgenommen.
Großes Interesse weckte auch der Gegner - die SV Grün-Weiß Ebersbach. Eine völlige "Unbekannte" für unsere Mannschaft, so dass nur ein Blick in die große weite Welt des Internets verblieb und dieser verhieß nix gutes: 3 Spiele, 3 Siege, 28:3 Tore!!! Unserer Gegner schien den klar besseren Start in die Saison hingelegt zu haben. Doch was soll's, denn eins weiß jeder der sich schon mal mit Fußball auseinandergesetzt hat: "Der Pokal hat seine eigenen Gesetze!"

Beim FSV kehrte die zuletzt im Urlaub weilende Görsch für A. Weber zurück in die Startformation. Diese meldete sich ihrerseits, gemeinsam mit ihrer Schwester, vorerst in die verdiente Erholungspause ab. Desweiteren musste etwas überraschend die stärkste Frau der Vorwoche  weichen. Für Eckart durfte diesmal Dittrich von Beginn an ran.
Die Änderungen schienen jedoch gefruchtet zu haben, denn wie des öfteren in der noch jungen Saison zu beobachten, gehörten die Anfangsminuten klar den Schlottwitzerinnen.
Denn bereits nach fünf Minuten konnte man ein Chancenverhältnis von 4:1 für sich verbuchen. Doch das zuletzt gut harmonierende Duo Görsch/Dittrich hatte bis dato die Fußgelenke noch nicht korrekt eingestellt. Hinten stand man in der Anfangsphase sicher, sodass der Gegner nur durch einen ungefährlichen Distanzschuß auf sich aufmerksam machte. Draußen wurde nun Eckart zum Warmmachen geschickt und die bis dahin unauffälligste Offensivakteurin Lohse  bekam auf einmal das große Muffensausen, denn so früh schien sie wohl kaum den Platz verlassen zu wollen. So zündete sie in der 15. min nach kurzen Abstoß und einem Traumpass von Nitzsche den Turbo und stand plötzlich allein vor der zögernden Schlussfrau und ließ sich das natürlich nicht mehr nehmen. Zack, Argument für die "Weiterbeschäftigung" geliefert. Doch die Freude währte nicht lang, nur 3 Minuten später die Antwort der Gäste. Dittrich ließ ihrer Gegenspielerin einen Meter zu viel Platz, den diese nach guter Flanke von links nu tzte und den Ball aus Nahdistanz über die Linie drückte. Schlottwitz nun etwas geschockt, verlor den Faden und so reagierte der Coach dann doch und brachte Eckart für Lohse und dies sollte sich auch gleich lohnen. Nach einer Freistoßhereingabe  von Bahr kann die Gästekeeperin den Ball nicht festhalten und Eckart steht da wo man als Stürmerin zu stehen hat, nämlich da wo der Ball auf den Boden plumpst. Die erneute Führung und wieder wollte sich der FSV auf dieser ausruhen. Nun bekam auch Keeperin Jahn die ein oder andere Möglickeit sich auszuzeichnen und meisterte dies nach ihrem rabenschwarzen Auftritt in der Vorwoche mit Bravour. Bis zur 32. Minuten zumindest: ein Freistoß aus zentraler Position, Jahn entscheidet sich für eine Ein -Frau-Mauer, ein satter Schuß und der Ausgleich. Darüber ließ sich nun diskutieren, ob man da mit einer zweiten Spielerin in der Mauer besser fährt oder nicht. Sei's drum, die Damen des FSV hatten direkt die richtige Antwort parat und diese hieß Görsch. Nach dem Anstoß suchte Sie direkt den Doppelpass mit Eckart und etwas glücklich kam dieser auch an. Es folgte ein kurzer Blick, ein platzierter Schuß und der unüberhörbare Torjubel. Jetzt wollte man natürlich mehr und nach Möglichkeit gleich noch einmal nachlegen und dies gelang. Ein Freistoß aus dem eigenen Strafraum wurde von Eckart verlängert und die in der Zwischenzeit eingewechselte Glöß startete durch und blieb eiskalt vorm Tor. Zwei Tore vorn, nur noch zwei Minuten bis zur Pause. Welch eine Ausgangslage, damit hatten hier nicht viele gerechnet. Doch zu schön um war zu sein, denn nach Gewühl im eigenen Strafraum darf nur eine Minute später, Keeperin Jahn den Ball zum dritten Mal aus dem Netz holen und um endgültig zu beweisen, dass den Mädels so ein Zwei-Tore-Vorsprung viel zu langweilig ist, verballert Eckart direkt im Gegenzug die Riesenchance,  den alten Abstand wieder herzustellen.

So ging es mit 4:3 in die Pause und auf den Rängen bekam man in Hälfte eins einiges geboten. Dies war auch bitter nötig um bei winterlichen Temperaturen nicht am Platz festzufrieren.

Ohne Wechsel ging es weiter und für den FSV auch gleich wieder nach vorne. Bereits nach wenigen Minuten hatten Görsch und Glöß die Chance wieder für einen beruhigenden Puffer zu sorgen, den ersten Versuch der Spielertrainerin wehrte die Torfrau noch ab. Görsch setzte gut nach und bediente nun die mitgelaufene Glöß, doch dieser rutschte der Ball über den Schlappen. In der folge gaben unsere Mädels die Feldvorteile jedoch zusehends ab. Man stand nun viel zu tief um für Entlastung zu sorgen und brachte damit den Gegner immer mehr ins Spiel. Dieser traute sich nun immer mehr und der Ausgleich lag irgendwie in der Luft. So kam es dann auch wie es kommen musste und ein platzierter Picken-Stoß fand seinen Weg unhaltbar in den Knick. Nun war hier wirklich alles offen. Der FSV stand weiter recht tief und Trainer Walther entschied sich dafür der wieselflinken Angreiferin Lohse nochmal sein Vertrauen zu schenken. Man schien nun seine Hoffnung in den einen  perfekten Konter zu legen. Die Gäste ihrerseits versuchten ihr Glück nun vermehrt mit Distanzschüssen, die allerdings meist in den Armen der sicheren Schlussfrau landeten. Zudem rückte Bahr nun auf die zentrale Position in der Abwehrkette und sorgte dort mit ihrer jugendlichen Unbekümmertheit für zusätzliche Sicherheit und so kam man nun auch dazu den ein oder anderen Konter zu fahren. Die allerdings nichts einbringen sollten. Die Schlussphase brach nun an, die Kräfte ließen auf beiden Seiten nach und man hoffte nun auf den "Lucky-Punch". Die Chance dazu sollten beide Teams noch bekommen und zuerst durfte der Gastgeber. Nach einem schönen Pass ging Lohse plötzlich mutterseelenallein auf die Torfrau zu, die Fans erhoben sich bereits von den Plätzen. Lohse schießt flach links. Die Arme schon zum Jubeln in Stellung gebracht, doch im letzten Moment schnellt der Fuß der Torfrau heraus. Da s gibt's doch nicht!!! Entscheidung vertagt und nun waren die Gäste dran. Eine ähnliche Situation wie eben, wieder Stürmerin gegen Torfrau. Denkste. Nitzsche kommt noch an den Gegner, leider aber nicht mehr an den Ball. Der bis dahin, im positiven Sinn wenig auffällige Schiedsrichter Haufe stand nun im Mittelpunkt. Freistoß und gelbe Karte, seine Entscheidung und diese war sehr glücklich für den FSV! Trotzdem Freistoß in zentraler Position und da war ja was in der ersten Hälfte. Jahn hörte nun auf ihren Trainer und erweiterte die Mauer gleich um 2 Spielerin und wurde belohnt. Der Ball prallte von diesem Bollwerk ab. Doch noch immer war nicht Schluss. Der FSV schwamm nun und konnte sich beim Schiedsrichter und dessen Blase bedanken, das pünktlich nach 90 Minuten und 2 verweigerten Eckbällen nach tollen Paraden von Jahn dessen Pfeife zur Erlösung erklang.

Was für eine Schlussphase und nun nochmal 30 Minuten zusätzlich. Dass zumindest dachte man auf den Rängen und deckte sich mit isotonischen Getränken für den Schlussakt .

Doch zum Erstaunen der trinklustigen Anhänger versammelten sich beide Teams am Mittelkreis. Neunmeterschießen! Nun war die Dramaturgie auf dem Höhepunkt. Die Münze entschied sich dafür dem Heimteam den Vortritt zu lassen und natürlich ging Görsch voran. Jeder wusste, wenn sie scheitert, wird es ne ganz schwere Kiste. Doch das stand jetzt nich auf dem Plan. Plazierter Schuß und das 5:4! Nun die Gäste und die Frage ob sich Jahn für ihre stabile Leistung belohnen kann und hier zur Heldin werden konnte. Vorerst nicht, 5:5. Als nächstes schnappte sich Abwehrchefin Kliemt den Ball und es wurde klar das man in den Reihen unserer Mädels auf Routine setzte. Zurecht, 6:5! Nun wieder die Gäste und es trat die Frau, die sich zuvor wohl als Schussstärkste hervortat, nach vorn. Wie zu  erwarten ein satter Schuss, aber "patsch" an die Latte. Der FSV nun im Vorteil und Dittrich wollte diesen ausbauen. Bange Sekunden und dann die Erlösung. 7:5 und auf einmal ein Jubelsturm unserer Mädels und den Heimfans wurde klar, dass dies bereits die Entscheidung war. Man hatte sich bereits vor dem Spiel für den Fall der Fälle auf drei Schützinnen geeinigt, da dies wohl im Regelbuch der Frauen nicht festgelegt ist. Dies dann allerdings versäumt, an die treuen Anhänger zu übermitteln!
 
Somit steht der FSV Schlottwitz im Pokalviertelfinale. Dort stehen auch einige Hochkaräter, denn eine wirkliche Pokalsensation blieb auf den anderen Plätzen aus.
Im großen und Ganzen kann man mit diesem Auftritt zu frieden sein, denn vor dem Spiel schienen die Vorzeichen etwas anders zu stehen. Einzig hinterfragen sollte man sich warum man sich nach jeder Führung auch gleich wieder ein "Ei" fangen musste und die Souveränität nicht über 90 Minuten auf den Rasen bekommt, sodass man am Ende noch ganz schön ins Wanken geriet.

Weiter geht es im übrigen nächsten Sonntag, den 18.10.15 um 15 Uhr. Da ist man zu Gast bei einem der Staffelfavoriten, der SpVgg. Dresden-Löbtau.

Der FSV spielte mit:
Jahn 1 - Bahr 3 , Kliemt 6 , Nitzsche 7 - Görsch 13 - Lohse 10 (Eckhart 8) , Dittrich 11 (Glöß 12)

Bericht: R.Rädisch

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