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Der Fußballgott zeigt späte Einsicht

Es gibt ihn wirklich, den Fußballgott! Davon konnten sich unsere Mädels vergangenen Sonntag überzeugen. Doch eins nach dem anderen. Nach der enttäuschenden Leistung in der Vorwoche hatten die FSV-Damen einiges gut zu machen. Da kam der Gast aus Johannstadt genau richtig, denn hier hatte man durchaus drei Punkte eingeplant und die Truppe aus der Landeshauptstadt reiste zudem ohne Wechsler an. Ganz anders das Bild auf Seiten des FSV. Hier kehrten die Weber-Zwillinge und Eckart zurück in den Kader und im Vergleich zur Vorwoche musste Trainer Walther lediglich auf Glöß verzichten. Gute Vorzeichen also.

Der FSV war dann auch von Beginn an um Spielkontrolle bemüht, der Gast stellte sich erstmal hinten rein und lauerte auf Konter. Dies schien auch gut aufzugehen, denn bereits in der zweiten Minute konnten sie einen solchen nutzen, allerdings wohl eher aufgrund der gütigen Mithilfe der FSV-Mannschaft. Nach einem starken Flankenlauf  einer Gästeverteidigerin wollte niemand so recht deren Hereingabe klären, sodass diese sich in aller Ruhe in die Mitte begeben konnte, das Durcheinander nutzte und zur Führung abschloss. Der FSV schien kurz geschockt, konnte sich aber nach wenigen Minuten fangen und reagierte nun mit wütenden Angriffen. Zuerst durfte sich Görsch versuchen, ihren Picken-Abschluss konnte die Torfrau allerdings zur Ecke klären und auch Dittrich's erster Abschluss wenig später fiel noch unter die Kategorie Warnschüsschen. Trotz deutlicher Überlegenheit konnte man sich danach allerdings erstmal bei Jahn bedanken. Denn obwohl die Gäste nicht gerade daran interessiert waren mitzuspielen, hatten sie mit der Torschützin zum 0:1 die bis hierher gefährlichste Spielerin auf dem Feld. Ein weiteres ihrer Solos endete erst an der FSV-Torfrau. Doch das war auch wirklich alles was der Gast zu bieten hatte. Ein Aufbauspiel fand nicht statt, der Ball wurde stattdessen lieber nach vorn geplautzt und wenn das auf dem Kleinfeld aus der Hand der Torfrau oder beim Abstoss geschieht, heißt das indirekter Freistoß an der Mittellinie. Ein solcher sorgte auch für die nächste Chance unserer Mädels. Ein gut getretener Ball von Bahr landete Punktgenau auf dem Kopf von Görsch, ihr Kopfball und auch der Nachschuß von Dittrich brachten allerdings erneut nichts ein. Doch in der 16. Minute sollte es dann endlich klappen. Ein kleiner Tipp von Ex-Trainer Kögel, die folgende Ecke mal etwas länger zu treten, befolgte A. Weber und diesmal war auch die Torfrau gegen Görsch's wuchtigen Kopfball machtlos. Nun lag die Führung in der Luft. Chancen ergaben sich im Minutentakt und die zaghaften Konterversuche wurden ohne Probleme abgefangen. Doch weder Görsch noch die eingewechselte Eckart konnten eine ihrer zahlreichen Chancen nutzen und so kam es wie es kommen musste. Die Gäste durchbrachen einmal unser Abwehrbollwerk und nachdem Jahn vorerst noch parieren konnte, steht die Gästeangreiferin goldrichtig und schiebt zur erneuten Führung ein. Bis zur Pause sollte sich auch trotz weiterer Chancen nix mehr ändern.

Wahnsinn. 1:2 lag man hinten und das trotz gefühlten 90% Ballbesitz, 15:1 Ecken und deutlicher Überlegenheit in jedmöglicher Statistik, die man im Fussball bemühen kann. Doch all das nützt nichts, wenn man vorn einfach nicht knipst. Die Gäste enttäuschten ihrerseits auf ganzer Linie. Was da geboten wurde, hatte ganz wenig mit Fußball zu tun. Sich einzig auf eine Spielerin und deren individuelle Klasse zu verlassen, war recht traurig anzusehen, aber schien zu reichen.

Umso mehr verwunderte der Gast in Hälfte zwei, als er eben jene Spielerin ins Tor stellte. Für den FSV sicherlich überraschend, denn so schien sich die Landeshauptstädterinnen die einzigste Waffe nach vorn zu nehmen. Doch im Laufe der zweiten Hälfte wurde klar, warum der Gästecoach diesen Wechsel vollzog. Denn nun war es endgültig der erwartete Einbahnstraßen-Fußball. Chancen für den FSV gab es nicht mehr im Minutentakt. Nein, nun kam der Spielberichtverfasser gar nicht mehr mit dem Notieren nach. Da man von den Gästen nicht mehr viel erwartete, schaltete sich jetzt vermehrt auch noch die Defensive um die nimmermüden Nitzsche und Bahr mit ein. Doch irgendwie wollte das Ding nach wie vor den Weg ins Tor nicht finden. Außennetz, drüber, Pfosten und immer wieder gehalten. Auf dem Notizzettel des Verfassers dieser Zeilen fand sich so langsam kein Platz mehr für diese Worte. In der 65. Minute dann das erste "Zeichen von oben". Endlich der Ausgleich. Eine Flanke aus dem Halbfeld von Bahr segelte vorbei an Freund und Feind und diesmal auch an der Torfrau. Nun war noch genügend Zeit um den Siegtreffer zu erzielen und der treue Fan betete, dass sich der FSV diesmal nicht wieder so viel Zeit nimmt, um eine Chance zu nutzen. Doch erhört wurde er natürlich nicht. Spannung pur stand heute auf dem Spielplan und daran hielten sich die Mädels ganz genau. So verrinn Minute um Minute, so vergab der FSV Chance um Chance und plötzlich streckte der in seiner Entscheidungsfindung nicht immer souveräne Schiedsrichter drei Finger in die Luft. Nachspielzeit! Ein kurzes Dementi des Gästetrainers wurde mit einem müden Lächeln abgetan, denn drei Minuten schienen das Mindeste, nachdem sich die Gäste 80 Minuten!!! darin bemühten jede Sekunde zu schinden. Doch dann war er endlich da, der eine Moment! Der Moment, warum wir diesen Sport so sehr lieben! Eckball, perfekt getreten, Dittrich läuft ein, nimmt den Ball Volley und Bääähhhm, Tor!!! Von verdient brauch man in diesem Moment nicht mehr sprechen, diesen Moment muss man einfach nur genießen.
Doch leider war noch nicht ganz Schluss, die Gäste gingen jetzt volles Risiko. Die falsche Neun war gestern, die SV Johannstadt 90 erfand nun kurzerhand die falsche Eins und dem FSV ging auf einmal die Düse. Zuerst wurde ein Solo der Torfrau unsanft gestoppt, sodass es nun wirklich zum "high noon" kam. Bange Momente vor der wohl allerletzten Aktion des Spiels. Doch alles gut, Gerechtigkeit und "Danke, lieber Fussballgott". Der Freistoss brachte nix mehr ein und unsere Mädels landen ein wichtigen Dreier.

So fand ein an Spannung kaum zu überbietendes Match doch noch den gerechten Sieger. Großes Lob an die Moral der Mädels. Heute nicht zu verzweifeln und bis zum Schluss an den Sieg zu glauben, war nicht einfach. Ein Trainingsziel für die nächste Woche kristallisierte sich dennoch klar und deutlich heraus: Die Chancenverwertung muss bis zum Spiel am 15.11.15 um 14 Uhr in Graupa gegen die SpG Lohmen/Graupa deutlich optimiert werden.

Der FSV spielte mit:
Jahn 1 - Bahr 3 , Kliemt 6 , Nitzsche 7 - Görsch 13 - A. Weber 2 (Eckart 8) , Dittrich 11 (L. Weber 5)

Bericht: R.Rädisch

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