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Unglückliche Niederlage mit bitterem Beigeschmack

Zum vorletzten Mal dieses Jahr sollte es für unsere Mädels auf das satte Grün gehen, hatte man zumindest noch im Sommer gehofft, als es hieß: "Ende November geht es bereits in die Winterpause." Doch zu früh gefreut, durch das Müglitztal zog bereits letzten Sonntag der erste Vorbote von Väterchen Frost und so durften die Damen auf den ungeliebten Hartplatz. Erhoffter Vorteil: Der Gegner wird ihn noch weniger lieben. So fanden sich auch neun unerschrockene Damen ein. Auf den Kopf, im wörtlichen Sinn, schlug die Hartplatz-Nachricht bei Routinierin Görsch. Sie fehlte daher ebenso wie Glöß aus dem Kader der Vorwoche. Nichtsdestotrotz hatte man sich natürlich vorgenommen, seine gute Heimbilanz weiter aufzupolieren und das am Besten mit drei Punkten. Dies verhindern wollte allerdings die zweite Vertretung des FSV Lokomotive Dresden. Einer der zwei absoluten Unbekannten in der Staffel.

Das Spiel begann dann auch sehr ausgeglichen. Keine der beiden Mannschaften wollte das große Risiko gehen. Als erstes traute sich dann der Gast etwas zu und wurde dazu natürlich auch herzlich eingeladen. Nach zwei simplen Einwürfen durften die Lok-Damen jeweils aus Nahdistanz Ihre Glück versuchen. Doch Jahn war zur Stelle. Danach das erste Ausrufezeichen unserer Mädels. Ein Traumpass von Dittrich in die Gasse konnte Eckart allerdings nicht im Gehäuse unterbringen. Nur zwei Minuten später überließ Dittrich nix mehr dem Zufall und schloss aus spitzen Winkel fulminant ins kurze Eck ab. Ein Tor das eigentlich deutlich aufzeigte, dass im gegnerischen Kasten keine Nadine Angerer steht und das wollte nun auch Eckart ausnutzen. Nach schönem Anspiel von Bahr war für sie der Weg zum Tor erneut frei. Anstatt die 20 Meter bis zum 1 gegen 1 mit der Torfrau auf sich zu nehmen, verließ sie sich auf ihre rechte Klebe, zielte aber leider zu zentral. Das nächste Geschenk folgte wenig später. Jahn's unplatzierter Abstoss landete in den Füßen der Gäste und von da postwendend im Tor zum Ausgleich. Damit nicht genug. Kurz vor dem Pausenpfiff das gleiche Spiel, doch diesmal parierte Jahn klasse, allerdings auf Kosten einer Ecke und diese war teuer für den FSV. Kliemt's Klärungsversuch wurde zur Bogenlampe und die hinter ihr eingelaufene Gästespielerin, zu allem Überfluss auch noch sträflich allein gelassen, so dass sie wenig Mühe hatte zur Führung einzuschieben.

Beim Pausentee galt es nun diesen Rückschlag wegzustecken und Fehler der ersten Hälfte aufzuarbeiten. Vorallem die fehlende Laufarbeit im Aufbauspiel musste Thema sein. Denn obwohl die beiden folgenschweren Abstöße auf Jahn's Kappe gehen, war das was ihre Mitspielerinnen ihr anboten, mehr als dürftig. Doch noch waren 45 Minuten Zeit, um das Spiel, wie zuletzt gegen Johannstadt, zu drehen.

Dies brauchte erstmal eine kleine Anlaufphase. Erst in der 56. Minute tauchten unsere Mädels vor dem Lok-Tor auf, allerdings noch ohne das nötige Quäntchen Glück. Ein Schussversuch verpasste Dittrich um Zentimeter, um ihn über die Linie zu drücken und kurz darauf ließ sich Lohse nach feinem Zuspiel von Bahr zu weit abdrängen. Doch nun folgte eine hochbrisante Schluss-halbe-Stunde, in der ein Mann unfreiwillig in den Mittelpunkt rückte und dies vermag meist Unheil im Frauenfußball. Eingeläutet wurde die heiße Schlussphase dann von Lohse, die einen Gäste-Abstoß klasse abfing und direkt auf Eckart weiterleitete. Diese bewies ihre Übersicht und bediente Mustergültig Dittrich, die zum zweiten Mal an diesem Tag netzte. Ausgleich und der FSV im Freudentaumel. Doch leider ein paar Sekunden zu lang, denn die Gäste spielten sofort nach vorn und nutzten die Unordnung direkt zur erneuten Führung. Nun waren die Rollen endgültig klar verteilt. Der FSV musste nun nach vorn agieren und die Gäste konnten sich auf Konter konzentrieren und hinten dicht stehen. Dies taten sie vorerst auch recht gut. Unsere Mädels wirkten recht einfallslos und probierten es durch Nitzsche und Eckart zunächst erfolglos aus der Distanz. Das schien kein probates Mittel und als nächstes waren hohe Bälle dran. Doch eine Ecke verfehlte Lohses Fuß in aussichtsreicher Position knapp und auch die nächste Flanke fand ihr Ziel nicht. Dieses Mal verhindete das allerdings nicht die fehlende Präzision, sondern die Hand der Gästeverteidigerin und egal wie weit man diese "Handspiele-im-Straufraum-Regel" ausdehnen kann, was die Hand bei einer Flanke über dem Kopf zu suchen hat, bleibt mir schleierhaft. Doch damit nicht genug. Nun kam es ganz Knüppeldick für den FSV. Zuerst parierte die Gästetorfrau einen Schuss von Lohse und nun begann die wohl denkwürdigste Szene die ich in meinen 19 Jahren Fussballererfahrung je erlebt habe. Anstatt den Ball nun hinten rauszuspielen, rauszuschlagen oder was weiß ich, legte sich die Torfrau den Ball zum Abstoss hin und während sie sich mit ihrer Verteidigerin unterhielt wer diesen nun ausführt, schnappte sich Eckart nach kurzer Anweisung aus dem Fanblock den Ball und schob ein. Welch ein kurioses Tor, doch egal: Tor ist Tor. Doch zu früh gefreut. Nun Schritt der freundliche Mann mit der Pfeife zur Tat und entschied auf Wiederholung des Abstoßes. Doch welchen Abstoß überhaupt? Eine krasse Fehlentscheidung und diese gibt es nunmal im Fußball. Doch mal ehrlich: als Unparteiischer sollte man in der Lage sein, zu wissen, ob man vor 5 Sekunden auf Abstoß entschieden hat oder nicht. Auch nach heftigsten Protesten hielt es dieser nicht einmal für nötig. die beteiligten Spielerinnen zu fragen. Einfacher ist es natürlich auch nach dem Spiel zu sagen: "Upps. Das war ja doch ein Tor." Der FSV ließ sich dadurch allerdings nicht beirren und spielte weiter auf den Ausgleich und die dicke Chance sollte noch kommen. Erneut überwand ein langer Ball die Lok-Abwehrreihe. Doch er wurde immer länger und Eckart kam nur noch mit der Fußspitze heran. Lohse setzte allerdings nach und bekam den Abpraller zentral vorm Tor. Die Riesenchance, allem zum Trotz hier einen Punkt zu holen, aber daraus wurde nix, der Ball striff über das Tor und damit war Schluß.

Schade, Schade. Da war eindeutig mehr drin. In einem eher schwachen Spiel brachte sich der FSV zuerst selbst in Rückstand und wurde bei der folgenden Aufholjagd Opfer eines rabenschwarzen Tages des Unparteiischen. Umso bitterer für unsere Mädels, dass man erst unter der Woche sechs Punkte wegen Nichterfüllung des Schiedsrichtersolls abgezogen bekam. Dies obwohl man dieses Jahr als einzigstes, eigenständiges Team im Verein durchaus einen Schiedsrichter stellte. Dieser aber aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht jeden Lehrgang besuchen konnte, die aber eminent wichtig sind um im dichten Regel-Dschungel, immer auf dem laufenden zu sein und dabei nie das wesentliche aus dem Auge zu verlieren.
Zum Hinrundenabschluss ist am Sonntag, dem 29.11.15 um 14 Uhr die SpVgg. Dresden-Löbtau zu Gast. Bis dahin.

Der FSV spielte mit:
Jahn 1 - Bahr 3 , Kliemt 6 , Nitzsche 7 - Eckart 8 ,Lohse 10 (A. Weber 2) , Dittrich 11

Bericht: R.Rädisch

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